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Johann Sebastian Bach: Johannespassion - Konzert an Bachs Geburtstag in St. Josef
Am Samstag, 21. März 2026 kommt in der Klosterkirche St. Josef in Neumarkt Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ zur Aufführung. Um 18.00 Uhr singen und musizieren unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Beatrice Höhn die Evangelische Kantorei Neumarkt, das Barockorchester „Neue Nürnberger Ratsmusik“ sowie die hervorragenden Gesangssolisten Marina Szudra (Sopran), Johanna Krödel (Alt), Tilman Lichdi (Tenor) und Markus Simon (Bass).

Marina Szudra / Foto: Frederike van der Straeten
Bachs „Johannespassion“ wurde am 7. April 1724 in der Leipziger Nikolaikirche uraufgeführt. Textgrundlage ist die Passionsgeschichte des Johannesevangeliums sowie Choräle und frei gedichtete Chöre und Arien. Die aus zwei Teilen bestehende Johannespassion war ursprünglich für den Karfreitagsgottesdienst geschrieben. Nach dem ersten Teil, der vom Verrat und der Gefangennahme Jesu sowie der Verleugnung durch Petrus berichtet, folgte im Gottesdienst der Bach-Zeit eine Predigt. Der zweite, wesentlich längere Teil, erzählt von den Verhören und der Verurteilung Jesu, Kreuzigung, Tod und Begräbnis.
Die zentrale Partie in Bachs „Johannespassion“ hat der Erzähler, der Evangelist, der mit seinen ausdrucksstarken und eindringlichen Rezitativen die Handlung vorantreibt. In dieser Rolle wird der in Neumarkt bestens bekannte Tenor Tilman Lichdi zu hören sein. Er war von 2005-2013 als lyrischer Tenor am Staatstheater Nürnberg engagiert und hat dort alle wichtigen Partien seines Fachs gesungen. Inzwischen hat er sich als bedeutender Konzert- und Liedinterpret, insbesondere als Evangelist in Bachs Oratorien und Passionen etabliert und arbeitet mit vielen namhaften Dirigenten wie dem Barockspezialisten Ton Koopman oder Herbert Blomstedt zusammen. Tilman Lichdi schloss sein Gesangsstudium an der Musikhochschule Würzburg bei Prof. Charlotte Lehmann mit Auszeichnung ab.
Die „Johannespassion“ ist ein Werk voller Dramatik, denn in die Erzählung hinein melden sich in den sog. Turbae-Chören, die vom Chor gesungen werden, die Stimmen der Juden, der Hohenpriester und Kriegsknechte zu Wort. Ruhepunkte in dem dramatischen Geschehen sind die Choräle, die die einzelnen Szenen gliedern. Sie sind wahre Wunderwerke – schlicht, ausdrucksstark, mal klagend, aber auch bittend oder lobend. Die letzte Choralzeile „Ich will dich preisen ewiglich“ bildet zusammen mit dem Lobpreis des Eingangschores „Herr, unser Herrscher“ den Rahmen der „Johannespassion“. Den Chorpart übernimmt die Evangelische Kantorei Neumarkt, die mit gut 50 Sängerinnen und Sängern dieses Werk intensiv erarbeitet hat.
Die abwechslungsreichen Arien der Solisten sind Momente des Innehaltens. Sie bieten eine große Vielfalt an Klangfarben, Formen und Besetzungen, mal mit vollem Orchester, mal nur von einem Soloinstrument begleitet, mit Streichern oder Bläsern, virtuos oder sehr schlicht. Den Sopranpart mit der wunderbaren Arie „Zerfließe, mein Herze“ singt Marina Szudra, die mit ihrer hellen und klaren Stimme in Neumarkt schon 2024 im Fauré-Requiem geglänzt hat; die Altpartie übernimmt Johanna Krödel.

Tilman Lichdi / Foto: Anton Hirsch
Die Sopranistin Marina Szudra ist im historisch informierten Originalklang ebenso zu Hause wie in den Werken klassischer und moderner Komponisten. Sie arbeitet mit führenden Ensembles wie dem Händelfestspielorchester Halle, L´arpa festante oder La Banda zusammen und tritt auch mit renommierten Klangkörpern wie dem SWR-Vokalensemble, der LauttenCompagney Berlin oder dem Chorwerk Ruhr auf. Ihre Ausbildung absolvierte Marina Szudra an den Musikhochschulen in Detmold und Bremen. Sie studierte u.a. bei Prof. Gabriele Schreckenbach und Prof. Dr. Katharina Rössner (Mozarteum Salzburg) und erhielt wegweisende Impulse in Meisterkursen von Sibylla Rubens, Gemma Bertagnolli, Peter Philips und den King´s Singers.

Johanna Krödel / Foto: Irène Zandel
Die Altistin Johanna Krödel widmet sich im Konzertbereich mit Vorliebe dem tiefen Alt-Repertoire von Barock bis Romantik und konzertiert mit namhaften Dirigenten und Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, Ensemble Resonanz oder Concerto Köln. Ihre künstlerische und stimmliche Entwicklung wurde geprägt durch ihre langjährige Arbeit mit Prof. Charlotte Lehmann. An das Staatsexamen in Musik und Englisch schloss sie ein aufbauendes Gesangsstudium in der Klasse von Prof. Gudrun Pelker an. Meisterkurse bei Marie-Paule Hallard und Evelyn Tubb (Alte Musik, Basel) ergänzten ihre Ausbildung und Entwicklung als Musikerin.
Freuen darf man sich auch auf den wunderbaren und ausdrucksstarken Bassisten Markus Simon, der in Neumarkt schon in Konzerten mit Händels Messias oder Haydns Schöpfung begeisterte.
Eintrittskarten für dieses Konzertereignis am 341. Geburtstag von Johann Sebastian Bach sind online erhältlich bei www.okticket.de sowie in der Tourist-Information in der Rathauspassage.
Samstag, 21.03.2026



